Einige IT-relevante Gesetze und Richtlinien
8. EU-Richtlinie („EuroSOX“)
Die Bundesregierung hat die 8. EU-Richtlinie im Rahmen des Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) in geltendes nationales Recht umgesetzt.
Die neuen Bilanzierungsregelungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2010 anzuwenden.
Wirtschaftsprüfer sollen verstärkt die Anforderungen an die Informationssicherheit in den Unternehmen prüfen, weil sie selbst
strengeren Kontrollen der Aufsichtsbehörden unterliegen. Die Notwendigkeit eines Internen Kontrollsystems (IKS) wurde durch das
BilMoG bestätigt.
Im Gegensatz zu SOX sind von EURO-SOX alle Kapitalgesellschaften betroffen, nicht nur börsennotierte Firmen.
Damit werden auch mittelständische und kleinere Unternehmen gezwungen, sich mit den Themen Risikomanagement,
IT-Security und Sicherheitsaudits intensiver auseinanderzusetzen.
Mehr Informationen auf Wikipedia unter
EuroSOX
Volltext der Richtlinie bei der
Europäischen Kommission
AEO
Authorized Economic Operator (AEO) = Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter.
Ziel der AEO-Zertifizierung ist die Absicherung der durchgängigen internationalen Lieferkette ("Supply Chain")
vom Hersteller einer Ware bis zum Endverbraucher.
Am Zollgeschehen beteiligte Unternehmen, die von ihren Kontrollsystemen, ihrer Zahlungsfähigkeit und ihrer Rechtstreue
her gewisse Kriterien erfüllen, bekommen auf Antrag von den Zollbehörden den AEO-Status zuerkannt. Sie genießen dann
zumindest im innereuropäischen Verkehr zollrechtliche Privilegien. Es gibt dabei drei Variationen: AEO C
(Zollrechtliche Vereinfachungen), AEO S (Sicherheit), AEO F (Zollrechtliche Vereinfachungen/Sicherheit).
Mehr darüber beim Zoll
Basel II
Basel II bezeichnet die Gesamtheit der Eigenkapitalvorschriften, die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
in den letzten Jahren vorgeschlagen wurden. Die Umsetzung in deutsches Recht erfolgte durch die Solvabilitätsverordnung (SolvV).
IT-relevant werden diese Regeln dadurch, dass Banken bei der Entscheidung über eine Kreditvergabe auch
"operationelle Risiken" des Kreditnehmers berücksichtigen müssen. Da die IT-Nutzung ein solches operationelles
Risiko darstellt, gilt: Defizite in der IT können hohe Sollzinsen oder gar Kreditabsagen bewirken.
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Wikipedia
Basel II - Neue Bedingungen, Rating und Tipps bei
foerderland.de
BDSG
Das deutsche Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) regelt zusammen mit den Datenschutzgesetzen der Bundesländer
und anderen bereichsspezifischeren Regelungen den Umgang mit personenbezogenen Daten, die in IT-Systemen
oder manuell verarbeitet werden.
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Das Bundesdatenschutzgesetz bei
juris.de
BSI GsHb
Das IT-Grundschutzhandbuch des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
bietet ein "Kochrezept" für mittleres Schutzniveau. Durch die Verwendung des Grundschutzhandbuches entfällt
eine aufwändige Sicherheitsanalyse, die Expertenwissen erfordert. Es ist möglich, auch als relativer Laie
die zu ergreifenden Maßnahmen zu identifizieren und in Zusammenarbeit mit Fachleuten umzusetzen.
"Informationssicherheit - Ein Vergleich von Standards und Rahmenwerken"
Publikation des BSI von 2009 (PDF 1,11 MB)
Mehr beim
BSI
CobiT
CobiT (Control Objectives for Information and Related Technology) ist das international anerkannte Framework zur
IT-Governance. Es gliedert die Aufgaben der IT in Prozesse und Control Objectives (Steuerungsvorgaben).
CobiT definiert hierbei nicht vorrangig, wie die Anforderungen umzusetzen sind, sondern primär darauf, was umzusetzen ist.
Zum Thema CobiT gibt es verschiedene Möglichkeiten der Zertifizierung.
Mehr bei Wikipedia unter
CobiT
FDA-Vorschrift 21 CFR Part 11
Zielgruppe des "Title 21 Code of Federal Regulations" sind Organisationen, die mit der FDA (US Food and Drug Administration) in Berührung kommen,
z. B. Pharmaunternehmen und Hersteller von Lebensmitteln, die in die USA exportieren. Die 1997 von der
FDA verabschiedete Vorschrift regelt den Umgang mit elektronischen Protokollen und Signaturen,
die unter die Aufzeichnungspflicht fallen.
21 CFR Part 11 fordert u. a. die „Beschränkung des Systemzugriffs für berechtigte Personen“ (§ 11.10d) sowie „die Durchführung
von Rechte- und Rollenüberprüfungen um zu gewährleisten, dass nur berechtigte Personen das System benutzen“ (§ 11.10g).
Mehr darüber bei VOI - Voice of Information
GDPdU
Auf die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) beruft sich ein
Finanzbeamter, wenn er bei Betriebsprüfungen auf die Computersysteme von Unternehmen zugreift. Man
unterscheidet drei Arten des Datenzugriffs durch den Betriebsprüfer:
- den unmittelbaren Lesezugriff,
- den mittelbaren Zugriff über Auswertungen und
- die Datenüberlassung.
Für die Datenüberlassung sind verschiedene Formate zugelassen. Mittlerweile gibt es auch eine Empfehlung
des Bundesfinanzministeriums für einen entsprechenden Beschreibungsstandard. Die Daten können dann
vom Betriebsprüfer problemlos in die Prüfersoftware IDEA eingelesen werden.
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Wikipedia
GDPdU-Text bei
Project Consult
GoBS
Die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) sind von der deutschen
Finanzverwaltung durch Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 7. November 1995 aufgestellte Regeln
zur Buchführung mittels Datenverarbeitungssystemen.
Unmittelbar haben sie nur für steuerliche Buchführung Geltung. Da jedoch zahlreiche, gerade kleine und
mittlere Unternehmen eine Einheitsbilanz erstellen, wirken sie sich auch auf die handelsrechtliche
Buchführung aus. Denn da so eine große Zahl von Kaufleuten diesen Regeln folgt, werden sie zum Handelsbrauch
und somit zu handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB).
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Wikipedia
IFRS
Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind eine Sammlung von Standards und Interpretationen, die von
einem unabhängigen privaten Gremium, dem International Accounting Standards Board (IASB), entwickelt werden. In diesen
Standards und Interpretationen werden Regeln zur externen Berichterstattung von kapitalmarktorientierten Unternehmen aufgestellt.
Abschlüsse, die nach den IFRS aufgestellt werden, sollen Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens liefern.
Dabei soll sowohl der Grundsatz der Periodenabgrenzung als auch der Grundsatz der Unternehmensfortführung berücksichtigt werden.
Verständlichkeit, Entscheidungsrelevanz, Wesentlichkeit, Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit sind die qualitativen Anforderungen,
denen der Abschluss genügen muss.
Mehr auf dem
IFRS/IAS-Portal
ISAE 3402 und SSAE 16, Nachfolger von SAS 70
Werden Leistungen von Drittanbietern in Anspruch genommen, die sich unmittelbar auf die Finanzberichte auswirken,
muss sich das Unternehmen vergewissern, dass bei seinen externen Dienstleistern entsprechende Kontrollmechanismen eingerichtet sind.
Bisher war der Standard SAS 70 hier die international anerkannte Referenz. Am 15. Juni 2011 wurde SAS 70 von zwei neuen Standards
abgelöst, einem internationalen - ISAE 3402 - und einem amerikanischen - SSAE 16 - Standard, die für alle Berichte über Perioden gelten,
die am oder nach dem 15. Juni 2011 enden. Die Ausstellung erfolgt durch einen Wirtschaftsprüfer.
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Deloitte
ISO/IEC 27002
ISO/IEC 27002 definiert sich als „umfassende Auswahl an Kontrollmechanismen, die auf Methodik und Verfahren
basieren, die sich in der Informationssicherheit bewährt haben“. Grundlage für die Standardisierung war hierbei
eine Sammlung von Erfahrungen, Verfahren und Methoden aus der Praxis, also um einen „Best-practice“-Ansatz wie
bei ITIL.
Soll ein Managementsystem für Informationssicherheit (engl.: Information Security Management System, ISMS) zertifiziert werden, ist dies nur über die Erfüllung
der Anforderungen nach ISO/IEC 27001 möglich. Diese Norm spezifiziert die
Anforderungen für Herstellung, Einführung, Betrieb, Überwachung, Wartung und Verbesserung eines dokumentierten
Systems unter Berücksichtigung der Risiken innerhalb der gesamten Organisation.
Dieses Zertifikat gilt als signifikantes Plus bei einer Beurteilung nach Basel II oder SOX.
Mehr bei Wikipedia zu
ISO/IEC 27002 und zu
ISO/IEC 27001
ISO/IEC 38500
„Corporate Governance in Information Technology“, so lautet die Bezeichnung des ISO/IEC-Standards, der im Jahr 2008 verabschiedet
wurde und als ISO/IEC 38500:2008 bekannt ist. ISO 38500 ist ein internationaler Standard, der definiert und beschreibt, wie Unternehmen
eine auf Best Practices basierende IT-Governance aufbauen können.
Dieses Referenzmodell ist vor allem an die obere Führungsebene und Entscheidungsträger gerichtet, um diese in der Wahrnehmung
ihrer Verantwortung für eine effektive, effiziente und rechtskonforme Nutzung der IT zu leiten. Eine zentrale Rolle spielen dabei
die systematische Bewertung des IT-Einsatzes sowie die kontinuierliche Überwachung der Planrealisierung.
Mehr zu ISO/IEC 38500 im
„Blog zur IT-Sicherheit“
ISO 9001
Mängel in den Prozessen werden oft zuerst in fehlerhaften Produkten sichtbar. Die Norm ISO 9001 beschreibt modellhaft das
gesamte Qualitätsmanagementsystem. Damit legt das Unternehmen fest, welche Vorgaben umgesetzt werden müssen, um die
Effektivität zu erhöhen und eine Sicherung der Qualität in allen Abteilungen/Schnittstellen zu gewährleisten, inklusive dem Beitrag der IT.
Branchenspezifische Standards wie der IFS Food bauen auf der Norm ISO 9001 auf.
Mehr zu EN ISO 9001 bei
Wikipedia
Mehr zum IFS Food beim
IFS
KonTraG
Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich, kurz KonTraG, ist ein umfangreiches
Artikelgesetz, das der Deutsche Bundestag am 5. März 1998 verabschiedete. Es trat am 1. Mai 1998 in
Kraft (wenn auch einige Vorschriften erst später angewandt werden mussten bzw. durften). Es gilt
als deutsches Pendant zum amerikanischen SOX
Wörtlich schreibt das Gesetz dazu in § 91 Abs. 2 des AktG eine neue Vorschrift, nach der der Vorstand
verpflichtet wird „geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit
den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden“.
Gemäß KonTraG ist ein Unternehmen unter anderem zum IT-Risiko-Management und zur Schaffung sicherer
Netzwerkinfrastrukturen verpflichtet. Daraus leiten sich strikte Maßnahmen zur Absicherung der
IT-Infrastruktur hinsichtlich Audits (lückenloser Kontrolle) und Nachweispflichten über
Berechtigungsstrukturen ab.
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Wikipedia
Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
KonTraG
MaRisk der BaFin
Kreditinstitute müssen laut der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) von der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Prozesse für eine angemessene IT-Berechtigungsvergabe einrichten, die sicherstellen,
dass jeder Mitarbeiter nur über die Rechte verfügt, die er für seine Tätigkeit benötigt. Die Eignung der IT-Systeme und
der zugehörigen Prozesse sei zudem regelmäßig von den fachlich und technisch zuständigen Mitarbeitern zu überprüfen.
Mindestanforderungen an das Risikomanagement - MaRisk
im Rundschreiben 11/2010 der BaFin
PCI DSS
Ziel des Payment Card Industry Data Security Standard ist die Verbesserung der Sicherheit von
Kreditkartendaten und des Online-Zahlungsverkehrs, sofern dieser über Kreditkartenzahlungen abgewickelt wird.
Eine zentrale Anforderung dabei ist der Schutz der Kreditkartendaten durch die sichere Berechtigungszuweisung
für den Datenzugriff und für die Administration der Systeme.
Betroffene Unternehmen, die sich nicht an die Vorgaben des Standards halten, können mit Strafzahlungen
und Sanktionen bis hin zum Ausschluss der Teilnahme am Kreditkartenzahlungsverkehr belegt werden.
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Sarbanes-Oxley Act
Der Sarbanes-Oxley Act von 2002 (SOX), ist ein US-Gesetz zur Verbesserung der
Unternehmensberichterstattung in Folge der Bilanzskandale von Unternehmen wie Enron oder Worldcom.
Ziel des Gesetzes ist es, das Vertrauen der Anleger in die Richtigkeit der veröffentlichten
Finanzdaten von Unternehmen wiederherzustellen. Das Gesetz gilt für inländische und ausländische
Unternehmen, die an US-Börsen oder der NASDAQ gelistet sind, sowie für ausländische Tochterunternehmen
amerikanischer Gesellschaften.
Kern der im in diesem Gesetz aufgeführten Regeln ist die Einrichtung eines angemessenen internen
Kontrollsystems (IKS) für alle Daten, die für die Rechnungslegung relevant sind. Dies macht unter anderem
die Einführung von Software-Tools zur Dokumentation und Bewertung der internen Prozesse und Kontrollen
notwendig.
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Experten des mITSM:
SOX-Anforderungen an europäische IT-Dienstleister
Sarbanes-Oxley Act
Gesetzestext (englisch)
Wichtiger Hinweis
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